Reiseberichte
Städtereise im Frühjahr: Lissabon die Perle am Tejo
Wer ein Reiseziel für das Frühjahr sucht, sollte Lissabon in seine Planungen aufnehmen. Mit Billigfluglinien lässt sich die portugiesische Hauptstadt von vielen deutschen Flughäfen aus anfliegen. Besonders im Frühjahr sorgt die Nähe zum Atlantik für ein angenehmes Klima in Lissabon. Für Familien ist Lissabon ein ideales Reiseziel, denn die Portugiesen sind sehr kinderlieb und aufmerksam gegenüber den Kleinen. Besonders ein Besuch des Ocenario ist für die Kinder ein Urlaubshöhepunkt.
Um einen ersten Eindruck von der Stadt am Tejo zu bekommen, steigt man am besten in die Straßenbahnlinie 12: Sie führt von der Praca da Figuera um den Hügel der Sao Jorge Burg herum. Die Straßenbahn hält auch an die wichtigsten Aussichtspunkte der Stadt. Dabei geht es in den verwinkelten Straßen teilweise sehr eng zu. Oft sind es nur ein paar Zentimeter Entfernung zwischen einer Hauswand und der Straßenbahn. Oben angekommen lohnt sich der Eintritt in das Castelo Sao Jorge. Hier bietet sich ein grandioser Ausblick auf die Stadt. Am Rand schimmert der Tejo und rechts davon liegt die Altstadt.

Wer durch das historische Zentrum der Stadt schlendert wird feststellen: Lissabon ist bunt und hell. Überall trifft man auf die charakteristischen Häuser mit vielfarbigen Kacheln an den Wänden. Dazwischen stehen stattliche Palais aus Marmor. Mittendurch fährt wild schaukelnd die alte Electricos, Lissabons Straßenbahn. Seit über 100 Jahren ist sie eines de Wahrzeichen der Stadt. Dieses Verkehrsmittel ist sehr preiswert und man kann damit so ziemlich alle touristischen Sehenswürdigkeiten problemlos erreichen.
Ruhe und guten Kaffe findet man bei einem Cafezihno. So nennen die Lissabonner einen kleinen Kaffee. Eines sind besonders zu empfehlen: Das Cafe Brasileira, in Lissabon fast eine Institution. Ursprünglich war das Cafe Brasilierea ein Geschäft, das mit den braunen Bohnen aus Brasilien handelte. Der ganze Innenraum ist jetzt in Brauntönen und Gold dekoriert. Nostalgische Messingleuchter runden das Gesamtbild ab. Auch der bekannte Dichter Fernando Pesso verkehrte nahm hier regelmäßig seinen Cafezhino zu sich. Dem literarischen Stammgast wurde ein Bronzedenkmal dafür auf der Terrasse des Cafe´s gesetzt.
Auf dem ehemaligen EXPO Gelände, am Tejo, entstand mit dem Oceanario das größte Aquarium in Europa. Über 12.000 verschiedene Meerestiere leben in den dortigen Becken. Vom aggressiven Tigerhai bis zum putzigen Seeotter ist alles dabei. Wer mit Kindern in das Oceanario eine Besuchszeit von drei bis vier Stunden einplanen.
Ein weiteres Wahrzeichen Lissabons ist der Torre de Belem. Dieser wehrhafte Turm der im Wasser des Tejos steht wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. In seiner Geschichte diente dieser Wehrturm als Wachtposten, Gefängnis und Zollstation. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich das Entdeckerdenkmal. 1960 wurde es zum 500. Todestages des portugiesischen Entdeckers, Heinrich der Seefahrer, erbaut. Insgesamt 16 bedeutende Seehelden wurden dort verewigt. Im Inneren des Ehrenmales kann man zu einer Aussichtsplattform hinaufsteigen.
Nur wenige hundert Meter davon entfernt steht ein weiteres Weltkulturerbe: Das Hieronymoskloster. Im so genannten „goldenen Zeitalter“ wurde es aus Kalkstein errichtet. Eigentlich ist dieses Gotteshaus eine einzige Verzierung. Jeder Bogen, jede Säule ist mit Zierrat üppig ausgestattet. Der Besuch der Hieronymosklosters ist ein Muss für jeden Lissabonurlauber.
Was die Küche in der portugiesischen Hauptstadt angeht, so ist diese sehr von der Nähe zum Meer geprägt. Es gibt Fisch und alle erdenklichen Meeresfrüchte in leckeren Variationen. Die fangfrischen Fische und Muscheln werden gegrillt, gekocht oder als Eintopf serviert. Ein kleiner Tipp: Die besten Lokale und Clubs befinden sich in dem ehemaligen Dockgelände (Docas), nahe der Tejobrücke.