Reiseberichte
Key West: Jubel, Trubel, Heiterkeit
Der Küste Floridas ist eine ganz besondere Inselgruppe vorgelagert: Die Keys. Wie Perlen an einer Kette reiht sich eine kleine Insel an die anderen. In diesem Bericht wird auf das südlichste Eiland eingegangen: Key West. Diese Insel gilt als einer der verrücktesten Orte in Florida. Besonders das Nachtleben von Key West ist legendär. Dazu bietet die südlichste Insel der USA auch eine Vielfalt an Sehenswürdigkeiten.
Über den Highway 1, dieser führt von Miami bis Key West, gelangt man per Auto auf die Insel. Alleine schon die Fahrt dorthin ist ein unvergessliches Erlebnis. Am besten ist es Key West unter der Woche zu besuchen. Die Besucherströme halten sich meist in Grenzen und Unterkünfte sind, teilweise, auch günstiger zu bekommen. Was die Parkplatzsituation angeht, brachte es ein Einheimsicher mit einem Witz auf den Punkt: “Was ist der Unterschied zwischen Parkplätzen und kubanischen Zigarren auf Key West? Parkplätze sind Mangelware und verdammt teuer!“ Das beste ist daher, sich für ein Appartement oder Hotel zu entscheiden bei dem ein Parkplatz dabei ist.

Der touristische Dreh- und Angelpunkt von Key West ist der Mallory Square. Bei dem gleichnamigen Dock landen die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe an. Hier herrscht immer hektisches Treiben. Wer weniger motiviert ist, das Zentrum von Key West per Pedes zu erkunden, kann hier für etwa 20 US $ eine Stadtrundfahrt unternehmen. Dabei sitzt man mit anderen Touristen in einer „lustigen“ Vergnügungsparkeisenbahn zusammengequetscht und hört einem quäkenden Lautsprecher zu.
Am Ende der Mallory Street trifft diese mit der Whithead Street zusammen. Dort befindet sich seit den dreißiger Jahren ein Aquarium. Die dort gezeigten Meeresbewohner können natürlich nicht mit denen von Seaworld konkurrieren, aber man darf auch in das eine oder andere Aquarium greifen und die Fische füttern.
Sehenswert ist auch das Maritime Museum von Mel Fisher. Der Eingang ist leicht zu finden, denn zwei historische Kanonen sind davor postiert. Mel Fisher, der bekannte Schatzsucher, barg die Kostbarkeiten von mittelalterlichen spanischen Galeonen die mit ihrem Gold in einem Hurrikan versanken. Ein absoluter Höhepunkt ist es, wenn man einen originalen Goldbarren aus der Konquistadorenzeit in die Hand nehmen darf.
Das Shipwreck Historeum, in unmittelbarer Nähe zu den oben genannten Attraktionen, hat eine etwas zu übertriebene Multimediashow, was Geschmackssache ist.
Auf Key West fühlten sich seit jeher Künstler wohl. Die bekanntesten dürften dürften Tennessee Williams und der Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway sein.
Sein ehemaliges Haus in der Whitehead Street ist, neben seiner Stammkneipe „Sloppy Joe´s“ , eines der Touristenmagneten auf der Insel. Egal ob man jemals ein Buch von Hemingway in der Hand hatte, der Besuch lohnt sich! Durch die zahlreichen ausgestellten persönlichen Gegenstände und Fotos des Schriftstellers, entsteht ein anschauliches Bild über sein bewegtes Leben. Die Besichtigung dieses Anwesens wird durch zahlreiche Anekdoten, welche die Fremdenführer erzählen, entsprechend gewürzt. Für Katzenliebhaber/innen ist das Hemingway Haus ein Dorado: Unzählige dieser kleinen Tiger leben im Garten.
Wer ein eindrucksvolles Foto von Key West schießen möchte, steigt auf den ehemaligen Leuchtturm der Insel. Dieser ist vis a vis von Hemingways Haus.
Um südlichsten Punkt der USA gelangt man, wenn man die Whiteheadstreet bis zum Ende folgt. Nach wenigen hundert Metern steht ein grell bemaltes, fast granatenförmiges, Monument. In der absoluten touristischen Hochzeit muss man mit Wartezeiten rechnen um ein Erinnerungsfoto knipsen zu können.
Das Epizentrum in Sachen Vergnügen ist die Duval Street. Hier befinden sich unzählige Bars, Striplokale und Souveniershops. Auch „Sloppy Joe´s „ ist in der Duval Street. Wer die Kneipe betritt, macht einen Zeitsprung. Fast alles ist wie zur Zeit, als Ernest Hemingway hier manche Nacht durchzechte. An den Wänden erinnern Fotografien an den prominenten Gast. Auch in der Getränkekarte wurden mit Drinks dem Schriftsteller eine Gedenken der besonderen Art zuteil.
Die wahre Party steigt jeden Abend an der Mallory Pier. Mit Alkohol, Musik, Tanz und Joints wird der Sonnenuntergang beklatscht. Dabei fallen immer wieder Einheimische auf deren T-Shirts eine große Muschel prangt. 1982 sagte sich Key West nämlich aufgrund von verschärften Grenzkontrollen von der USA los und erklärten sich zur unabhängigen Conch Republik. Als Namensgeber diente die gleichnamige Muschel, die auf den Riffen vor Key West vorkommt. Der damalige US Präsident entsandte ein kleines Kriegsschiff und viel Polizei. Innerhalb weniger Tage war das Experiment Conch Republik beendet. In den Herzen vieler auf Key West und in den Souvenirläden lebt diese Episode fort.
Ein Muss auf Key West ist eine Schnorcheltour. Mit kleinen Segelschiffen oder Motorbooten werden die Riffe vor der Insel angesteuert. Mit einer Leihausrüstung kann dann auf eigene Faust die bunte Unterwasserwelt der Keys beobachtet werden.