Reiseberichte

Die Altstadt von Hanoi; Chaotisch und liebenswert

Die Mehrzahl der Touristen beginnt im Süden Vietnams. Wir nicht. Unsere Reise begann in Hanoi. Von der vietnamesischen Hauptstadt wird immer wieder behauptet, sie sei langweilig und weniger interessant als Saigon. Wir konnten dieses Vorurteil nicht bestätigen, im Gegenteil: Hanoi hat sich, im Gegensatz zur Megapolis im Süden, seinen eigenen Charme bewahren können. Dieser ist ein interessanter Mix aus ehemaligen französischen Kolonial und asiatischer Baukunst.

Hanoi ist die zweitgrößte Stadt Vietnams und hat ungefähr 3,5 Millionen Einwohner. Kühl ist es dort in den Monaten November bis März. Das Thermometer klettert dann selten über die 20 Grad hinaus. In den Monaten zwischen Mai und Oktober wird es hingegen in Hanoi mit über 40 Grad sehr heiß.

Unser erster Weg in Hanoi führte und in das Zentrum. Dieses ist um den Hoan Kiem See. Das Überqueren einer Straße in Hanoi ist ein Abenteuer. Tausende von Motorroller fahren ohne erkennbare Verkehrsregeln drauf los. Ampeln und Verkehrspolizisten sind reine Staffage. Um auf die andere Straßenseite zu kommen, mussten wir immer wieder unseren ganzen Mut zusammennehmen.



Rund um den Hoan Kiem See trifft sich Hanoi. Die einen betreiben Gymnastik, die anderen spielen Federball, junge Leute flirten, ältere Herrschaften spielen Schach. Optimisten halten ihre Angel in das trübe Gewässer.

Der Legende nach soll der mittelalterliche Held Le Loi von einer goldenen Schildkröte, die aus dem See auftauchte, ein Zauberschwert erhalten haben. Mitten im See wurde aus Dankbarkeit der Tempel Thap-Ruan (Turm der Schildkröte) errichtet. Das Bauwerk ist das Lieblingsmotiv der Fotografen in Hanoi.

Was uns sehr gefiel, trotz anfänglicher Skepsis, war das Wasserpuppentheater. Am Hoan Kiem See (57 Dinh Tien Hoang) befindet sich diese außergewöhnliche Spielstätte. Bitte lasst Euch nicht von den vielen Touristen abschrecken, das Wasserpuppentheater ist absolut sehenswert.

Die eigentliche Altstadt von Hanoi besteht aus den so genannten 36 Gassen. Chaotischer geht es nicht. Wer das ursprüngliche Hanoi in all seinen Facetten sehen will, muss dort hin. Das ganze Leben spielt sich auf der Straße ab: Handwerker arbeiten auf dem Gehwegen, Familien nehmen auf der Straße sitzend ihr Essen ein und Patienten sehen vom Freien aus wartend ihrem Zahnarzt bei der Behandlung zu. Nach den dort angebotenen Waren (Hang) werden die Gassen bezeichnet. So wird die Gasse der Fischhändler für mich immer in Erinnerung mit Hanoi bleiben.